
Ausstellung, Performances, BOEM*, Wien 2010
ist die erste Ausstellung in unserer neu gegründeten Galerie. Die Räumlichkeiten, in denen sich unsere Galerie/unser Kulturzentrum befinden wird, sind in einem recht schlechten Zustand und wurden zuvor als Lagerraum für eine Baufirma genutzt. Neben der Galerie befindet sich unser kleines Café. Sowohl das Café als auch der Lagerraum wurden im letzten Jahrzehnt von Arbeitsmigranten aus dem ehemaligen Jugoslawien eingerichtet und betrieben. Das Café war und ist ein beliebter Treffpunkt vor allem für Arbeiter, da es jeden Tag um 06:00 Uhr morgens öffnet, wo sie sich vor der Arbeit auf ihren ersten Kaffee treffen und am Abend zum letzten Bier vor dem Schlafengehen zurückkehren.
Viele dieser Wanderarbeiter waren aufgrund der Wirtschaftskrise und unter dem Einfluss strenger Aufenthalts- oder Einwanderungsbestimmungen gezwungen, sich als Ein-Mann-Unternehmen neu zu erfinden. Oft müssen sie zusammenarbeiten, um einen Auftrag zu erhalten, der später dank langjähriger Netzwerke und des Austauschs von Wissen ausgeführt wird, z. B. wo man die günstigsten Materialien für den Wiederaufbau bekommt.
Andrej Filev, ein international ausgezeichneter Fotograf, überstand die schwierigen Jahre in Belgrad ebenfalls, indem er auf verschiedenen Baustellen arbeitete. „Lepota Rada“ ist eine prozessorientierte Ausstellung, die darauf abzielt, die Gäste aus der Wanderarbeiterklasse in den Umbau des Ausstellungsortes einzubeziehen, Wissen und Erfahrungen zu teilen und auszutauschen, den Prozess zu dokumentieren und einen Raum zu schaffen, in dem Fragen des Alltagslebens in die Bereiche der bildenden Kunst und Kultur einbezogen werden.