





Soundworkshop, Foodworkshop, performatives Kochen, Wien 2024
Tonaufnahme-Workshop bei migrating kitchen alias Zentrum der Tat 5.11. & 6.11., 11–17 Uhr
In Zusammenarbeit mit
Couric Designs
Sebastian Meyer
ABU GABI
Kasho Chualan
Christoph Fellner
Schweren Herzens geben wir den Tod der Kartoffel bekannt, einer einfachen Knolle – einer Kulturpflanze, die in der Menschheitsgeschichte eine komplexe und oft tragische Rolle gespielt hat. Diese stärkehaltige Überlebenskünstlerin ertrug Jahrhunderte kolonialer Ausbeutung und menschlichen Leids. Geboren im Schatten der Anden, wurde dieses bescheidene Gemüse schnell zum Spielball der Imperien und gedieh nur, um von den Händen der Versklavten geerntet zu werden.
Unsere geliebte Kartoffel war Zeugin jahrhundertelanger Unterdrückung, von der brutalen Ausbeutung ihrer Artgenossen zur Befriedigung imperialer Gelüste bis hin zu ihrer Rolle in Hungersnöten, die ganze Bevölkerungen dezimierten. Sie sah die Bürgerkriege toben, Konflikte, angeheizt von Gier und Macht, während sie im Laufe der Zeit von Menschen aus dem Boden geholt wurde, die für eine Sache kämpften, die ihren Wert kaum erkannte.
In Momenten der Verzweiflung wurde sie zur Nahrung der Aufstände und füllte die Mägen derer, die es wagten, sich dem Joch der Unterdrückung zu widersetzen. Doch vergessen wir nicht die Menschen, die gegen die Ausbreitung der Kartoffel um ihr Leben kämpften – ein Symbol sowohl für das Versprechen als auch für die Gefahr der Abhängigkeit von der Landwirtschaft. Sie hat Revolutionen angeheizt und Bewegungen beflügelt und uns an die tiefe Verflechtung von Nahrung, Macht und Identität erinnert.
Nun, da wir diese einst verehrte Kartoffel begraben, wollen wir über die dunkle Ironie ihres Lebens nachdenken. Ihr Ende kam nicht in Ruhm, sondern als bloße Zutat in einem Rezept aus Kolonialisierung und Kampf. Lasst uns also nun nicht nur ihren Beitrag zur Ernährung würdigen, sondern auch das schwere Erbe, das sie trägt.
Liebe Kartoffel. Mögest du in einem dunklen Komposthaufen ruhen, neben den Erinnerungen derer, die in ihrem Schatten schufteten, als stille Zeugin der Schrecken der Geschichte. Deine Reise war sowohl nährend als auch tragisch, und deine Lehren bleiben bestehen. Möge deine Erinnerung uns inspirieren, uns den Ungerechtigkeiten der Vergangenheit zu stellen und nach einer gerechteren Zukunft zu streben.
Leider sind wir bereits ausgebucht –
aber komm doch einfach vorbei und sag Hallo!
Grafiken von Kasper Langeder
Unterstützt von Stadt Wien Kultur






Soundworkshop, Foodworkshop, performatives Kochen, Wien 2024
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In Zusammenarbeit mit
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Sebastian Meyer
ABU GABI
Kasho Chualan
Christoph Fellner
Schweren Herzens geben wir den Tod der Kartoffel bekannt, einer einfachen Knolle – einer Kulturpflanze, die in der Menschheitsgeschichte eine komplexe und oft tragische Rolle gespielt hat. Diese stärkehaltige Überlebenskünstlerin ertrug Jahrhunderte kolonialer Ausbeutung und menschlichen Leids. Geboren im Schatten der Anden, wurde dieses bescheidene Gemüse schnell zum Spielball der Imperien und gedieh nur, um von den Händen der Versklavten geerntet zu werden.
Unsere geliebte Kartoffel war Zeugin jahrhundertelanger Unterdrückung, von der brutalen Ausbeutung ihrer Artgenossen zur Befriedigung imperialer Gelüste bis hin zu ihrer Rolle in Hungersnöten, die ganze Bevölkerungen dezimierten. Sie sah die Bürgerkriege toben, Konflikte, angeheizt von Gier und Macht, während sie im Laufe der Zeit von Menschen aus dem Boden geholt wurde, die für eine Sache kämpften, die ihren Wert kaum erkannte.
In Momenten der Verzweiflung wurde sie zur Nahrung der Aufstände und füllte die Mägen derer, die es wagten, sich dem Joch der Unterdrückung zu widersetzen. Doch vergessen wir nicht die Menschen, die gegen die Ausbreitung der Kartoffel um ihr Leben kämpften – ein Symbol sowohl für das Versprechen als auch für die Gefahr der Abhängigkeit von der Landwirtschaft. Sie hat Revolutionen angeheizt und Bewegungen beflügelt und uns an die tiefe Verflechtung von Nahrung, Macht und Identität erinnert.
Nun, da wir diese einst verehrte Kartoffel begraben, wollen wir über die dunkle Ironie ihres Lebens nachdenken. Ihr Ende kam nicht in Ruhm, sondern als bloße Zutat in einem Rezept aus Kolonialisierung und Kampf. Lasst uns also nun nicht nur ihren Beitrag zur Ernährung würdigen, sondern auch das schwere Erbe, das sie trägt.
Liebe Kartoffel. Mögest du in einem dunklen Komposthaufen ruhen, neben den Erinnerungen derer, die in ihrem Schatten schufteten, als stille Zeugin der Schrecken der Geschichte. Deine Reise war sowohl nährend als auch tragisch, und deine Lehren bleiben bestehen. Möge deine Erinnerung uns inspirieren, uns den Ungerechtigkeiten der Vergangenheit zu stellen und nach einer gerechteren Zukunft zu streben.
Leider sind wir bereits ausgebucht –
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Grafiken von Kasper Langeder
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